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Warum buhlen Facebook und Google um WhatsApp?

Warum buhlen Facebook und Google um WhatsApp?

In der Netzwelt kursieren Gerüchte, dass sowohl Google als auch Facebook um WhatsApp buhlen. Offiziell bestätigt wurde das bisher nicht. Spannend ist jedoch die Frage, warum der Platzhirsch unter den sozialen Netzwerken Facebook und der Internetgigant Google an WhatsApp interessiert sein könnten? In diesem Artikel werden Gründe für eine mögliche Übernahme von WhatsApp durch Facebook und Google diskutiert.

Die Dynamik und Schnelllebigkeit des Internet stellt Internetunternehmen vor die Herausforderung sich kontinuierlich weiter zu entwickeln. Die Entwicklung von sozialen Netzwerken wie bspw. der VZ-Netzwerke zeigt, dass zu viel Werbung, fehlende Innovationen und das Aufkommen von Alternativangeboten, die den Zeitgeist treffen, dazu führen können, dass Nutzer in Scharen abwandern. Und davor sind auch populäre soziale Netzwerke wie Facebook und Google+ nicht geschützt. Demnach sind alle strategischen Entscheidungen was bspw. das Erschließen neuer Geschäftsfelder und die Übernahme von Unternehmen angeht in erster Linie marktgetrieben.

WhatsApp funktioniert auf allen wichtigen Smartphone-Betriebssystemen (Android, Apple IOS, Windows etc.), ist intuitiv bedienbar und bietet Nutzern mehr Möglichkeiten als die schnöde SMS. So können sich Nutzer in Gruppen organisieren und neben Texten auch Bilder, Videos und Audios übertragen und quasi in Echtzeit miteinander kommunizieren. Hinzukommt, dass für die Nutzung von WhatsApp nur einmal jährlich ein geringer Betrag fällig ist, unabhängig von der Anzahl der versendeten Nachrichten. WhatsApp ist ein profitables Unternehmen, dennoch bewegt sich der Umsatz im Vergleich zu den Umsätzen von Facebook und Google eher im „Peanuts-Bereich“. Demnach spielen finanzielle Interessen eine eher untergeordnete Rolle. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Messenger-Dienst aus folgenden Gründen Begehrlichkeiten weckt:

WhatsApp bietet Zugang zu vielen Nutzern und deren Daten

Als börsennotierte Unternehmen müssen Facebook und Google Gewinne erwirtschaften. Die beiden Unternehmen generieren Umsätze in erster Linie durch die Einblendung von Werbeanzeigen, die u.a. auf personenbezogenen Daten und dem Nutzungsverhalten basieren. Je mehr Daten über die Nutzer und dem Nutzungsverhalten gesammelt werden, desto zielgerichteter können Werbeanzeigen platziert werden, wodurch Werbetreibende Streuverluste minimieren. WhatsApp ist der beliebteste Messenger-Dienst, belegt vorderste Plätze in den Downloadcharts von Android und iTunes und bietet den Zugang zu Millionen von Nutzern. Hinzukommt, dass diese Nutzer aktiv sind. Sie nutzen WhatsApp mehrmals täglich und tauschen viele Daten untereinander aus. Und genau diese Daten sind für Facebook und Google im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert.

WhatsApp passt in die strategische Ausrichtung von Facebook und Google

Das Internet wird zunehmend mobil genutzt. So waren 2012 rund 70 Prozent aller in Deutschland verkauften Mobiltelefone Smartphones. Im selben Jahr fanden 21 Prozent aller Zugriffe auf das Internet von mobilen Endgeräten aus statt. Da soziale Medien zu den beliebtesten Internetanwendungen zählen, werden auch diese – analog zur Entwicklung der mobilen Internetnutzung – zunehmend mobil genutzt. Facebook wird von deutlich mehr als der Hälfte seiner Mitglieder mobil genutzt. Durch die zunehmende Beliebtheit von mobilen Endgeräten und der damit einhergehenden Verbreitung von Smartphones, Tablets und Co. ist davon auszugehen, dass auch der Anteil mobiler Facebook Nutzer weiter steigen wird. Und genau diesen Trend hatte Facebook zu Beginn verschlafen und versucht nun Managementfehler durch teure Übernahmen auszugleichen. Google könnte durch die Übernahme von WhatsApp eine Vielzahl von Diensten (Messenger, Hangouts, Chat for Drive etc.) bündeln und auf eine funktionierende Infrastruktur aufbauen. Des Weiteren ist die mobile Kommunikation Teil der strategischen Ausrichtung von Google.

WhatsApp hat ein positives Image

Aufgrund widerstreitender Interessen von Nutzern, Werbetreibenden und der eigenen Anteilseigner befinden sich die beiden Internetgiganten in einem Dilemma:

  • Nutzer möchten dass ihre Privatsphäre respektiert wird, mit personenbezogenen Daten angemessen umgegangen wird und nicht mit Werbung bombardiert werden.
  • Werbetreibende wollen ihre Zielgruppen so effizient wie möglich erreichen; also Werbebotschaften zielgerichtet platzieren und Streuverluste minimieren. Der Zugang zu einer unvorstellbar großen Masse an Nutzern sowie der Informationen, über die Facebook und Google verfügen, sind der Grund für die Attraktivität von Facebook und Google bei Werbetreibenden. Hinzukommt, dass Onlinewerbung im Vergleich zu Werbung in klassischen Medien günstig ist.
  • Facebook und Google müssen als börsennotierte Unternehmen Gewinne für Ihre Aktionäre erwirtschaften und kontinuerilich wachsen.

Hier die Balance zu halten, fällt den beiden Unternehmen schwer. Der unzureichende Umgang mit personenbezogenen Daten führt zu dem fragwürdigen Image als Datenkrake. Insbesondere (noch) Nicht-Nutzer schreckt vor einer Anmeldung aufgrund des unzureichenden Umgangs mit personenbezogenen Daten ab. Und der NSA Skandal sowie die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen mit den amerikanischen Behörden verängstigen zunehmend auch die eigenen Nutzer.
Da für die Nutzung von WhatsApp bezahlt wird und der Messenger-Dienst werbefrei ist, steht er bisher nicht unter Verdacht ein Datenkrake zu sein. Von diesem positiven Image könnten sowohl Facebook als auch Google profitieren.

Ein lästiger Konkurrent würde beseitigt werden

Halt. Bevor Sie hier gleich wutentbrannte Kommentare verfassen, lassen Sie mich erst meinen Gedanken ausführen. Selbstverständlich bin ich nicht so vermessen und ordne WhatsApp ist direkten Konkurrenten ein. Sowohl Facebook als auch Google bieten Chat-Dienste an. Und genau hier konkurrieren die beiden Unternehmen mit WhatsApp um Nutzer und deren kostbare Nutzungszeit. Hinzukommt, dass WhatsApp deutlich beliebter ist als die Messenger-Dienste von Facebook und Google. Demnach könnte durch eine Übernahme ein lästiger indirekter Konkurrent ausgeschaltet werden. Sollte WhatsApp übernommen werden, würde es wahrscheinlich nicht mehr als eigenständige Marke weiter betrieben werden, sondern bei Facebook und Google integriert werden. So weit so gut. Wäre WhatsApp unter diesen Bedingungen überhaupt an einer Übernahme interessiert?

Ist WhatsApp überhaupt an einer Übernahme interessiert?

Da WhatsApp finanziell nicht unter Druck steht und bisher erfolgreich ist, wohl eher nicht. Vielmehr ist die Übernahme für Google und Facebook strategisch wichtiger als für WhatsApp. WhatsApp befindet sich also in einer ziemlich komfortablen Situation und kann hoch pokern. Es kommt also darauf an, was Facebook und Google bereit sind zu bezahlen und ob WhatsApp auf das Angebot eingeht. Dennoch sollte WhatsApp nicht zu hoch pokern. Facebook bot seiner Zeit für die Übernahme von StudiVZ ein dickes Aktienpaket, das die damaligen Eigentümer ablehnten und das soziale Netzwerk kontinuierlich herunterwirtschafteten. Aber WhatsApp ist auch nicht mit StudiVZ vergleichbar.

Hallo, mein Name ist Frank Rapp. Ich blogge zu Themen rund um Online Marketing und Social Media. Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, freue ich mich über einen Kommentar, einen Link oder eine Empfehlung.

2 Kommentare

  1. Ich habe mal irgendwo einen Bericht über die Macher von Whattsapp gelesen. Den Anschein, den die Entwickler in diesem Bericht erweckten war eher der, dass es sich dabei um ein non-profit Projekt handelt bzw. man nicht so kommerziell wie etwaige Konkurrenten denkt.

    Dieses Verhalten bzw diese Einstellung wird aber bei den Summen die Facebook oder Google für Whattsapp bieten werden einer ziemlich harten Prüfung unterzogen werden.

    Wenn man bedenkt, dass die vergleichweise nutzlose (meine Meinung) App Instagramm für circa eine Milliarde den Besitzer gewechselt hat, dann will ich mir gar nicht ausmalen, was für Whattsapp hingeblättert werden wird.

  2. Der Fall ist doch klar:

    Facebook ist führend im Bereich Social Media. Doch im mobilen Bereich wird niemand über Facebook chatten.

    Hier führt Whatsapp. Also hat sich Facebook durch den Kauf auch die Monopolstellung auf dem Mobilen Markt gesichert. Warum etwas neu programmieren, das ohnehin dann keiner nutzt, wenn man den Marktführer kaufen kann.

    Ich bezweifle, daß es um Datensammlungen oder Preiserhöhungen bei Whatsapp geht.

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  1. Interview mit der Mediengruppe Madsack: Die Anti-Firma WhatsApp | frankrapp.de - […] sogar eine Milliarde Dollar für WhatsApp angeboten haben. Bestätigt wurde das nie. Aber sollten beide Konzerne den Messenger-Dienst tatsächlich…

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