Pages Menu
TwitterRssFacebook
Categories Menu

Gepostet by in News

Interview mit der Mediengruppe Madsack: Die Anti-Firma WhatsApp

Interview mit der Mediengruppe Madsack: Die Anti-Firma WhatsApp

Angeblich wollte Facebook den Messenger-Dienst WhatsApp schon Ende 2012 kaufen. Ein halbes Jahr später soll Google den beiden Gründern Jan Koum und Brian Acton sogar eine Milliarde Dollar für WhatsApp angeboten haben. Bestätigt wurde das nie. Aber sollten beide Konzerne den Messenger-Dienst tatsächlich übernehmen wollen, müssten sie mittlerweile deutlich mehr als eine Milliarde Dollar bieten. Viel mehr. Weltweit benutzen mehr als 430 Millionen Menschen die Smartphone-App, doppelt so viele wie vor einem Jahr. Sie schreiben sich Nachrichten, verabreden sich oder fragen, wie es dem anderen geht.

Weshalb Google und Facebook Interesse an WhatsApp haben und was eine mögliche Übernahme den beiden Internetgiganten bringt, beantwortet Frank Rapp im Interview mit Markus Wernig von der Mediengruppe Madsack. Das Interview ist am 9. Februar 2014 u.a. in den digitalen Sonntagsausgaben der Leipziger Volkszeitung und der Hannoversche Allgemeine Zeitung erschienen.

Wird WhatsApp für Facebook und Google+ gefährlich?

Ich ordne WhatsApp zwar eher den Messenger-Diensten zu. Hier steht die Kommunikation im Fokus, bei sozialen Netzwerken dagegen die Vernetzung. Aber Messenger-Dienste sind ein Teilbereich der sozialen Medien, und WhatsApp konkurriert mit den Messenger-Diensten von Facebook und Google um Nutzer und deren Nutzungszeit. Dabei ist WhatsApp bisher der deutlich beliebtere Messenger-Dienst.

Deshalb könnten Facebook und Google an einer Übernahme von WhatsApp interessiert sein?

WhatsApp bietet den Zugang zu einer enormen Anzahl von Nutzern und deren Daten. Facebook und Google generieren Umsätze in erster Linie durch die Einblendung von Werbeanzeigen, die unter anderem auf personenbezogenen Daten und dem Nutzungsverhalten basieren. Je mehr Daten über die Nutzer und deren Nutzungsverhalten gesammelt werden, desto zielgerichteter können Werbeanzeigen platziert werden, wodurch Werbetreibende Streuverluste minimieren. Der Zugang zu der großen Anzahl von WhatsApp-Nutzern sowie den Daten, die sie täglich in Form von Nachrichten, Bildern, Videos etc. untereinander austauschen, ist ein Grund für die Attraktivität von WhatsApp für Facebook und Google.

Welchen Grund sehen Sie noch?

WhatsApp passt in die strategische Ausrichtung von Facebook und Google. Das Internet wird zunehmend mobil genutzt. Diesen Trend hatte Facebook zu Beginn verschlafen und versucht nun, Managementfehler durch (teure) Übernahmen auszugleichen. Google könnte durch die Übernahme von WhatsApp eine Vielzahl von Diensten bündeln und auf eine funktionierende Infrastruktur aufbauen. Außerdem gilt WhatsApp bei seinen Nutzern nicht als Datenkrake, weil der Messenger-Dienst werbefrei ist. Von dem positiven Image könnten Facebook und Google profitieren und ihr schlechtes Image etwas aufpolieren.

Wohin werden sich Facebook, Google+ und WhatsApp in den nächsten Jahren entwickeln?

Soziale Medien werden wichtige Internetanwendungen bleiben: Sie werden von weiten Teilen der Bevölkerung über alle Altersklassen hinweg intensiv genutzt. Was früher Face to Face stattfand, das findet heute zunehmend online basiert über soziale Medien statt. Und das neu erlernte Kommunikationsverhalten wird solange beibehalten werden, bis es aus Nutzersicht eine effizientere Möglichkeit zur sozialen Kommunikation gibt. Da bisher etwas Effizienteres nicht in Sicht ist, werden soziale Medien auch künftig wichtige Internetanwendungen bleiben.

Zur Person: Frank Rapp ist Gründer der Social-Media-Agentur Netzchampions, Buchautor und Blogger auf frankrapp.de.
Zum Buch: Frank Rapp, Quo vadis Social Media? Zur Zukunft von sozialen Netzwerken und Facebook in Deutschland, 22,80 Euro.

(Quelle: Mediengruppe Madsack, erschienen in der digitalen Sonntagsausgabe vom 9. Februar 2014, die Fragen stellte Markus Werning)

Hallo, mein Name ist Frank Rapp. Ich blogge zu Themen rund um Online Marketing und Social Media. Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, freue ich mich über einen Kommentar, einen Link oder eine Empfehlung.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.