Kurz gesagt: Selbstmarketing heißt, dich und dein Angebot so sichtbar zu machen, dass deine Wunschkunden dich finden, verstehen und weiterempfehlen. Für Selbstständige gehören dazu ein professioneller Auftritt, Sichtbarkeit bei Google, Netzwerke, Pressearbeit und eine Liste deiner Wunschkunden. Die Checkliste mit 13 Punkten unten hilft dir beim Start und beim regelmäßigen Nachjustieren.

Du willst mit deinem Ich-Unternehmen erfolgreich an den Start gehen oder kommst gerade nicht richtig in Schwung? Dann hilft dir diese Checkliste zur Selbstvermarktung. Hak ab, was du schon hast, und nimm dir den Rest Schritt für Schritt vor.

Was ist Selbstmarketing?

Selbstmarketing, auch Selbstvermarktung, ist Marketing für dich als Person und Marke. Gerade Selbstständige, Freiberufler und kleine Dienstleister verkaufen nicht nur eine Leistung, sondern immer auch sich selbst: deine Kompetenz, deine Persönlichkeit, deine Zuverlässigkeit. Gutes Selbstmarketing ist deshalb kein Angeben, sondern die Antwort auf die Frage, warum ein Kunde ausgerechnet dich beauftragen sollte.

Selbstmarketing-Checkliste: 13 Punkte für Selbstständige

1. Professioneller Auftritt (Corporate Design)

Hast du ein professionelles Logo, eine barrierearme Website und eine stimmige Geschäftsausstattung? Ist deine Außendarstellung kompetent und anziehend? Regt die Optik deiner Flyer zum Kauf an oder nur zum Gähnen? Überlass hier nichts dem Zufall, sondern alles dem Fachmann. Hier trennt sich die Mitternachtsgrafik von echten Profis.

Tipp: Bitte ein paar gute Freunde um eine ehrliche Prüfung deiner Außenwirkung, auch wenn du eigentlich keine Zweifel hast. Du wärst nicht der erste Gründer, der sich bei der Werbewirkung kräftig geirrt hat. Für deine Website kannst du zusätzlich eine professionelle Usability-Analyse beauftragen.

2. Website und Suchmaschinenoptimierung

Stell dir vor, du suchst als möglicher Kunde nach deiner eigenen Leistung:

  • Welche Begriffe würdest du bei Google eingeben?
  • Wirst du mit diesen Begriffen auf der ersten Seite gefunden?
  • Und noch wichtiger: Findest du darüber deine möglichen Kunden?

Tipp: Wenn du in Sachen SEO nicht topfit bist, lies den Leitfaden SEO für kleine Unternehmen oder hol dir Beratung. Sonst findet man dich wahrscheinlich gar nicht.

3. Google Unternehmensprofil

Wer lokal arbeitet, braucht ein Google Unternehmensprofil. Es ist kostenlos und sorgt dafür, dass du in Google Maps und in der lokalen Suche mit Adresse, Öffnungszeiten und Bewertungen erscheinst. Laut Google-Hilfe legst du es unter business.google.com/add an und bestätigst es anschließend.

4. Branchenverzeichnisse

Bist du in den wichtigsten Online-Branchenverzeichnissen deiner Branche und Region zu finden? Bei vielen Anbietern ist ein Basiseintrag kostenlos, Zusatzfunktionen kosten Geld. Ob du die brauchst, entscheidest du. Achte darauf, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich geschrieben sind.

5. Pressearbeit

Wenn dir Verzeichnisse zu trocken sind, wie wäre es mit regelmäßiger Pressearbeit? Die IHK Pfalz rät kleinen und mittleren Unternehmen, den persönlichen Kontakt zu Redakteuren von Fach- und Regionalmedien zu pflegen und sachlich statt werblich zu informieren. Seriöse Pressemitteilungen über echte Neuigkeiten bringen dir Sympathiepunkte und oft auch wertvolle Backlinks. Mehr dazu in den Beiträgen Umgang mit der Presse und Linkbuilding.

6. Plattformen und Profile

Bist du auf den Plattformen vertreten, auf denen deine Kunden nach Anbietern wie dir suchen? Das können B2B-Plattformen wie „Wer liefert was“ sein, Vergabeplattformen deiner Region, Freelancer-Portale oder Berufsnetzwerke wie LinkedIn. Meist ist der Basiseintrag kostenlos.

Tipp: Frag dich selbst oder einen unbefangenen Freund, wo ihr suchen würdet, wenn ihr deine Leistung bräuchtet. Bist du überall dort zu finden? Eine Online-Visitenkarte bündelt alle deine Profile an einer Stelle.

7. Messen

Auf Fachmessen kannst du als Aussteller auftreten oder als Fachbesucher gezielt Kontakte knüpfen. Termine findest du bei den Messeveranstaltern und deiner IHK. Mach dir vorher eine Liste deiner B2B-Wunschkunden und plane, wen du ansprechen willst.

Tipp: Prüf den Ausstellerkatalog sorgfältig und hab als Besucher immer genug Material dabei. Nimm dir nicht zu viele Gespräche vor, sonst wird es hektisch. Mach dir nach jedem Gespräch Notizen, das erleichtert das Nachfassen.

8. Kooperationspartner

Such den Kontakt zu Anbietern aus deinem Umfeld, horizontal (deine direkten Marktbegleiter) und vertikal (Zulieferer und Vermittler). Aus guter Netzwerkpflege entstehen oft gemeinsame Aufträge.

Tipp: Natürlich gibt es auch Blutsauger, die dir unter dem Deckmantel des guten Kumpels die Aufträge abjagen wollen. Entwickle ein Gespür dafür, wer partnerschaftlich arbeiten will und wer dich nur ausnehmen möchte, und vertrau deiner Intuition. Die kann man übrigens trainieren.

9. Netzwerke und Unternehmerstammtische

In fast allen Städten gibt es Unternehmerstammtische, Business-Frühstücke und Netzwerktreffen, oft von IHK, Wirtschaftsförderung oder Gründerzentren organisiert. Such dir passende Termine heraus und zeig Präsenz.

Tipp: Du findest keinen passenden Stammtisch? Prima! Dann gründe selbst einen und lade handverlesene Gäste ein. Gut gemacht, kann das Kultstatus erreichen.

10. Liste deiner Wunschkunden

Welche Kunden willst du eigentlich? Beantworte zuerst diese Fragen:

  • Für welche Branchen willst du arbeiten?
  • Welcher Kundentyp liegt dir: Privat, öffentlich, Industrie, Dienstleistung, Handel, Handwerk?
  • Welche Unternehmensgröße passt?
  • Wo sollen deine Kunden sitzen: in Pendeldistanz, im Bundesland, deutschlandweit, international?

Daraus entsteht eine lange Liste möglicher Kunden. Mach daraus deine Wunschkunden-Liste mit diesen Angaben: Unternehmen, Adresse, Telefon, Ansprechpartner mit Durchwahl und E-Mail, Website und LinkedIn-Profil, interessantes Produkt, Geschäftsführung, wie du auf die Firma aufmerksam geworden bist, welchen gegenseitigen Nutzen es geben könnte, sonstige Infos.

Tipp: Diese Liste arbeitest du jetzt konsequent ab: anrufen, schreiben, Termine vereinbaren, auf Veranstaltungen ansprechen. Was am besten passt, hängt von deinem Angebot und deiner Persönlichkeit ab.

11. Warum ausgerechnet du?

Leg dir drei Top-Argumente zurecht, warum ein Kunde dich und sonst niemanden buchen sollte. Du brauchst ein überzeugendes Alleinstellungsmerkmal, in dem der Kunde seinen ganz konkreten Nutzen erkennt. Wenn du selbst nicht beantworten kannst, was dich einzigartig macht, wundere dich nicht, wenn der Kunde einen Anbieter wählt, der das besser kann.

  • Vor welcher Herausforderung steht dein Kunde?
  • Wie hilft ihm deine Leistung ganz konkret, sein Ziel zu erreichen?
  • Lässt sich der Nutzen in Geld ausdrücken, etwa mehr Umsatz, geringere Kosten oder gesparte Zeit?

Tipp: Fass die Antworten in einem Elevator Pitch zusammen, den du in 60 Sekunden vortragen kannst. Als Grundregel für die Ansprache hilft das AIDA-Prinzip: Attention, Interest, Desire, Action.

12. Alte Kontakte reaktivieren

Bring dich bei alten Kontakten, Bekannten und früheren Kollegen in Erinnerung und schöpf aus deiner beruflichen Vergangenheit für deine Zukunft. Mach eine Liste aller, die du längst mal wieder anrufen wolltest, und leg los.

Tipp: Biete eine Vermittlungsprovision, zum Beispiel zehn Prozent, wenn dir jemand einen Auftrag verschafft.

13. Praktikantinnen und Praktikanten gewinnen

Motivierte Praktikantinnen und Praktikanten bringen frischen Wind ins Geschäft und tragen deinen Namen an ihre Hochschule. Finde heraus, welche Studiengänge in deiner Nähe ein Pflichtpraktikum verlangen, das bei dir anerkannt würde, und zeig dort Präsenz. Beachte die Regeln zum Mindestlohn, die für viele freiwillige Praktika gelten.

Warum sollte ein Talent ausgerechnet zu dir kommen? Weil es bei dir nicht Kaffee kocht und kopiert, sondern sein Potenzial in echten Projekten ausprobieren kann, das Handwerk von der Pike auf lernt und im engen Austausch mit dir arbeitet, ohne Großraumbüro-Anonymität.

Selbstmarketing-Checkliste zum Abhaken

  • Logo, Website und Geschäftsausstattung wirken professionell
  • Du wirst mit deinen wichtigsten Suchbegriffen bei Google gefunden
  • Google Unternehmensprofil angelegt und bestätigt
  • Einträge in den wichtigsten Branchenverzeichnissen
  • Kontakt zu Fach- und Regionalmedien
  • Profile auf Plattformen, auf denen deine Kunden suchen
  • Messen für das nächste Jahr ausgewählt
  • Zwei, drei Kooperationspartner angesprochen
  • Ein Netzwerktreffen pro Monat im Kalender
  • Wunschkunden-Liste mit mindestens 20 Firmen
  • Drei Argumente, warum Kunden dich buchen sollten
  • Alte Kontakte angeschrieben
  • Hochschulen in der Nähe wegen Praktika angefragt

Häufige Fragen

Was ist Selbstmarketing?

Selbstmarketing, auch Selbstvermarktung, ist Marketing für dich als Person und Marke. Es sorgt dafür, dass mögliche Kunden dich finden, verstehen, was du anbietest, und dich weiterempfehlen. Gerade Selbstständige verkaufen immer auch sich selbst.

Wie vermarkte ich mich als Selbstständiger?

Starte mit einem professionellen Auftritt, einer Website, die bei Google gefunden wird, und einem Google Unternehmensprofil. Ergänze Netzwerke, Pressearbeit, Profile auf passenden Plattformen und eine Liste deiner Wunschkunden, die du gezielt ansprichst.

Was gehört zu einem guten Selbstmarketing?

Ein klares Alleinstellungsmerkmal, eine stimmige Außendarstellung, Sichtbarkeit online und offline, ein gepflegtes Netzwerk und ein kurzer Elevator Pitch, mit dem du in einer Minute sagst, wer du bist und wem du hilfst.

Ist Selbstmarketing Angeberei?

Nein. Gutes Selbstmarketing beantwortet ehrlich die Frage, warum ein Kunde dich beauftragen sollte. Es zeigt deinen Nutzen für andere, nicht nur deine Leistungen, und bleibt bei belegbaren Fakten.

Wie viel Zeit sollte ich für Selbstmarketing einplanen?

Plane feste Zeiten ein, zum Beispiel einen halben Tag pro Woche, und arbeite die Checkliste Punkt für Punkt ab. Wichtiger als viel Zeit auf einmal ist Regelmäßigkeit.

Fazit

Selbstmarketing ist kein einmaliges Projekt, sondern eine Gewohnheit. Wenn du die 13 Punkte nach und nach abhakst und regelmäßig nachjustierst, wirst du sichtbarer, bekommst mehr Empfehlungen und kannst dir deine Kunden eher aussuchen. Alles klar? Dann frisch ans Werk! Welcher Punkt auf der Liste fehlt dir noch? Schreib es in die Kommentare.

Quellen: Google Unternehmensprofil-Hilfe: Unternehmensprofil hinzufügen; IHK Pfalz: PR und Pressearbeit für kleine und mittlere Unternehmen

Überarbeitet und aktualisiert 2026 von Frank Rapp.