Die wichtigsten sozialen Netzwerke in Deutschland sind 2026 Instagram, Facebook und TikTok, dazu kommen WhatsApp und YouTube als meistgenutzte Messenger- und Videoplattform. Instagram erreicht laut ARD/ZDF-Medienstudie 40 Prozent der Menschen ab 14 jede Woche, Facebook 28 Prozent, TikTok 18 Prozent. Die komplette Liste mit 18 Plattformen und aktuellen Zahlen findest du unten.

Diesen Artikel gibt es seit 2011. Damals standen hier noch wer-kennt-wen, StudiVZ und MySpace. Die Liste ist deshalb komplett neu, mit Zahlen aus zwei aktuellen Studien. Was aus den alten Netzwerken wurde, steht am Ende.

Soziale Netzwerke Liste 2026: alle Plattformen mit Zahlen

Zwei Werte helfen bei der Einordnung. Die Bitkom-Zahl zeigt, wie viele Internetnutzer eine Plattform überhaupt nutzen. Die ARD/ZDF-Zahl zeigt, wie viele Menschen sie mindestens einmal pro Woche öffnen. Der zweite Wert ist für dein Marketing der wichtigere.

PlattformNutzen sie (Bitkom)Mind. wöchentlich (ARD/ZDF)TypTypisch für
WhatsApp85 %–MessengerKundenservice, WhatsApp Business, Kanäle
YouTube85 %44 %*VideoAnleitungen, Erklärvideos, Suche nach Lösungen
Facebook74 %28 %Netzwerklokale Zielgruppen, Gruppen, Werbeanzeigen, eher ab 40
Instagram59 %40 %NetzwerkMarken, Produkte, Reels, junge bis mittlere Zielgruppen
TikTok30 %18 %VideoReichweite mit Kurzvideos, junge Zielgruppen
Pinterest29 %11 %NetzwerkInspiration, Wohnen, DIY, Mode, Food
LinkedIn29 %8 %BusinessB2B, Personal Branding, Recruiting
Xing26 %3 %Businessim Alltag kaum noch aktiv genutzt
Snapchat22 %13 %Messenger/NetzwerkJugendliche und junge Erwachsene
Telegram22 %–MessengerKanäle und Gruppen
Signal14 %–Messengerdatenschutzbewusste Nutzer
X (ehemals Twitter)16 %6 %NetzwerkPolitik, Medien, Tech
Twitch12 %5 %Video/LiveGaming, Livestreams
Reddit10 %6 %ForumFachdiskussionen, Produktmeinungen, wird oft von KI-Suchen zitiert
Threads7 %3 %NetzwerkText-Alternative zu X von Meta
Bluesky–2 %NetzwerkText-Alternative zu X, dezentral
Mastodon–2 %Netzwerkdezentrales Netzwerk, Tech-Community
BeReal–2 %Netzwerkspontane Fotos unter Freunden
Bitkom: Anteil der Internetnutzer ab 16 Jahren, die die Plattform nutzen (Befragung März/April 2026). ARD/ZDF: Anteil der Bevölkerung ab 14 Jahren, der die Plattform mindestens wöchentlich nutzt (Befragung Januar bis April 2026). *YouTube: wöchentliche Nutzung von Videos auf YouTube (ohne TV-Inhalte). „–“ = in der Studie nicht ausgewiesen.

Was die Zahlen zeigen

  • Gelegentlich heißt nicht regelmäßig. Laut Bitkom nutzen 74 Prozent der Internetnutzer Facebook, laut ARD/ZDF ist aber nur gut jeder Vierte jede Woche dort. Die Studien fragen unterschiedlich, die Lücke ist trotzdem deutlich. Noch drastischer bei Xing: 26 zu 3 Prozent. Viele Profile sind Karteileichen.
  • Instagram ist die Nummer eins im Alltag. 28 Prozent nutzen es täglich, mehr als jede andere Plattform in der ARD/ZDF-Studie.
  • Der Markt wächst nicht mehr. Keine Plattform hat 2026 bei der wöchentlichen Nutzung zugelegt. Wer neu einsteigt, muss Aufmerksamkeit von anderen gewinnen statt von neuen Nutzern.
  • Die Jungen sind fast alle dabei. 91 Prozent der 14- bis 29-Jährigen nutzen mindestens wöchentlich Social Media, 72 Prozent täglich. Über alle Altersgruppen sind es 61 Prozent wöchentlich.
  • Die X-Alternativen bleiben klein. Threads, Bluesky und Mastodon kommen jeweils auf 2 bis 3 Prozent wöchentliche Nutzung.

Welche Netzwerke lohnen sich für Unternehmen?

Nicht jedes Netzwerk passt zu jedem Unternehmen. Statt überall ein bisschen präsent zu sein, lohnt es sich, ein oder zwei Kanäle richtig zu bespielen. Als grobe Orientierung:

  • Lokale Dienstleister und Handwerk: Facebook und Instagram, dazu ein gepflegtes Google Unternehmensprofil. WhatsApp Business für schnelle Kundenanfragen.
  • B2B, Beratung, Selbstständige mit Fachthemen: LinkedIn. Ich selbst nutze beruflich vor allem LinkedIn. Xing habe ich mehr oder weniger aufgegeben, und für Selbstständige lohnt es sich aus meiner Sicht kaum noch.
  • Produkte, Mode, Food, Lifestyle: Instagram und Pinterest, bei junger Zielgruppe zusätzlich TikTok.
  • Erklärbedürftige Produkte und Dienstleistungen: YouTube. Videos werden über Jahre gefunden und tauchen auch in der Google-Suche auf.
  • Recruiting: LinkedIn für Fach- und Führungskräfte, Instagram und TikTok für Ausbildung und junge Bewerber.

Wenn du Facebook privat verlassen willst, aber eine Unternehmensseite betreust: Lies vorher, worauf du beim Löschen deines Facebook Kontos achten musst, oder deaktiviere es vorübergehend.

Was aus den Netzwerken von 2011 wurde

Als dieser Artikel 2011 erschien, lagen Facebook, wer-kennt-wen und StayFriends vorn. Die VZ-Netzwerke (StudiVZ, MeinVZ, SchülerVZ) kamen zusammen auf über 8 Millionen Besucher im Monat. Heute sind wer-kennt-wen, SchülerVZ und die übrigen VZ-Netzwerke abgeschaltet, ebenso Google+. MySpace existiert nur noch als Nischenangebot. Woran Netzwerke scheitern, habe ich schon 2014 am Beispiel der VZ-Netzwerke hier im Blog beschrieben: zu viel Werbung, fehlende Innovationen und Alternativen, die den Zeitgeist besser treffen. Das gilt heute genauso. Die Zukunft der Netzwerke war auch Thema meines Buchs „Quo vadis Social Media?“.

Ein Netzwerk vermisse ich bis heute ein Stück weit: Kwick. Der Reutlinger Student Jens Kammerer brachte es Ende 1999 online, ab 2001 hieß es KWICK!, 2007 hatte es eine Million Mitglieder. Für meine Generation war Kwick damals ein Vorreiter und ziemlich verbreitet, und es hat einfach Spaß gemacht, sich dort mit anderen auszutauschen und zu vernetzen. In dieser Liste stand es 2011 noch mit 680.000 Besuchern im Monat. Im selben Jahr wurde Kwick an das Unternehmen Kiwibox verkauft, 2019 kündigte die Community das Aus an. Nach einem kurzen Comeback ist die Seite seit August 2021 offline.

Was hinter dem Begriff steckt, erklärt der Artikel Was ist eigentlich Social Media?.

Fazit

Die Liste der wichtigen sozialen Netzwerke ist kürzer geworden: Instagram, Facebook, TikTok, YouTube und WhatsApp erreichen die Masse, LinkedIn ist der Kanal für alles Berufliche. Für dein Unternehmen zählt nicht, wo die meisten Konten liegen, sondern wo deine Zielgruppe jede Woche unterwegs ist. Und du: Auf welchen Plattformen bist du aktiv, und welche hast du schon aufgegeben?

Häufige Fragen zu sozialen Netzwerken in Deutschland

Welches ist das größte soziale Netzwerk in Deutschland?

Gemessen an der regelmäßigen Nutzung ist es Instagram: 40 Prozent der Menschen ab 14 nutzen es mindestens einmal pro Woche (ARD/ZDF-Medienstudie 2026). Facebook wird von mehr Menschen zumindest gelegentlich genutzt, aber seltener regelmäßig. Rechnet man Messenger und Videoplattformen dazu, liegen WhatsApp und YouTube vorn.

Welches soziale Netzwerk wächst gerade am stärksten?

Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2026 keines: Bei keiner Plattform ist die wöchentliche Nutzung gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Instagram hält sein Niveau, Facebook, TikTok, LinkedIn und X verlieren leicht.

Ist WhatsApp ein soziales Netzwerk?

Streng genommen ist WhatsApp ein Messenger. Mit Kanälen, Gruppen und Status-Updates übernimmt es aber viele Funktionen eines sozialen Netzwerks und ist für Unternehmen ein wichtiger Kanal für Service und Newsletter-ähnliche Nachrichten.

Gibt es Xing noch?

Ja, aber die Plattform wird kaum noch aktiv genutzt. Laut Bitkom nutzen 26 Prozent der Internetnutzer Xing, laut ARD/ZDF sind aber nur 3 Prozent der Bevölkerung mindestens wöchentlich dort. Für berufliches Netzwerken ist LinkedIn inzwischen klar die erste Wahl.

Quellen: