Was macht eine gute Website aus? Eine gute Website zeigt in Sekunden, was dich von der Konkurrenz unterscheidet, löst ein konkretes Problem deiner Besucher und baut Vertrauen auf, mit Belegen statt Eigenlob. Technik und SEO bringen Besucher auf die Seite. Ob sie bleiben, anfragen oder kaufen, entscheiden aber Menschen aus Fleisch und Blut.

Es gibt jede Menge Tricks, mit denen du das Ranking deiner Website verbessern kannst, vom Linkaufbau bis zum perfekten Title-Tag. Diese Trickkiste solltest du nutzen. Aber den wichtigsten Faktor darfst du dabei nicht vergessen: die Menschen, die deine Seite besuchen. Hier sind sieben Regeln für Online Marketing mit Herz und Hirn.

Zwei Sprichwörter, die dein Online Marketing einrahmen

„Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“

Möchtest du als Besucher einer Website sofort spüren, dass hier nur deine Kaufkraft gefragt ist? Stöberst du gerne in einem unübersichtlichen Irrgarten aus Menüs? Oder lässt du dich gerne von Pop-ups, Autoplay-Videos und Cookie-Bannern über drei Bildschirmseiten zur Weißglut treiben? Sicher nicht. Deshalb solltest du deinen Gästen diese Zumutungen ebenfalls ersparen. Denn:

„Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“

Was eine gute Website ausmacht: 7 Regeln

1. Der Unterschied: Zeig dein Alleinstellungsmerkmal

Wenn du nicht gerade ein Monopol hast, wirst du mit deiner Konkurrenz verglichen. Diesen Vergleich gewinnst du nur, wenn deine Website auf den ersten Blick diese Fragen beantwortet:

  • Was macht mein Angebot einmalig?
  • Worin liegt der Unterschied zwischen meinem Angebot und dem der Konkurrenz, und zwar aus Sicht meiner Kunden?
  • Welchen Nutzen bekommen Kunden nur bei mir?

Teste das mit einer einfachen Frage: Könnte der erste Satz auf deiner Startseite auch bei deinem Wettbewerber stehen? Dann ist er zu allgemein.

2. Die Lösung: Sprich über das Problem deiner Kunden

Interessenten suchen einen Ausweg aus einer unangenehmen Situation. Deine Website sollte deshalb so klar wie möglich sagen:

  • Welche Probleme löst mein Angebot?
  • Welche Wünsche erfüllt es?
  • Welche Wissenslücken schließt es?
  • Und warum können Kunden mir und meinem Angebot vertrauen?

3. Die Würze der Kürze

Eine Website wird anders gelesen als ein Buch: Besucher überfliegen, scannen Überschriften und springen ab, wenn sie nicht sofort finden, was sie suchen. Mute deinen Besuchern also weder Schnitzeljagd noch Button-Rallye zu. Komm sofort zur Sache. Wenn deine Kernaussage nicht auf einen Bierdeckel passt, bearbeite sie noch einmal mit dem Rotstift.

4. Get a Head: Überschriften entscheiden

Die Überschrift entscheidet, ob jemand weiterliest. Ohne starke Headline kein Interesse, ohne Interesse keine Anfrage. Formuliere jede Überschrift mit derselben Sorgfalt wie den Text darunter: konkret, mit Nutzen und gern mit einer Zahl.

5. Eigenlob stinkt: Belege schaffen Vertrauen

Ob du ein empfehlenswerter Experte bist, entscheiden deine Kunden, nicht deine Selbstbeschreibung. Beschränke dich deshalb auf überprüfbare Fakten: Wie lange machst du das schon? Welche Referenzen und echten Kundenstimmen hast du? Welche Auszeichnungen, Presseberichte und Projekte? Auch Google betont in seinen Leitlinien für hilfreiche Inhalte, dass Vertrauenswürdigkeit der wichtigste Aspekt von E-E-A-T ist und klar erkennbar sein sollte, wer hinter einem Inhalt steht.

6. Dein Newsletter als Online-Marketing-Granate

Der Newsletter gehört nach wie vor zu den wirksamsten Instrumenten im Online Marketing, weil du deine Leser direkt erreichst, ohne Algorithmus dazwischen. Er wirkt aber nur, wenn er gern gelesen wird:

  • Jede Ausgabe bringt echte Neuigkeiten oder nützliche Tipps. Ein guter Newsletter muss „Aaah!“ machen.
  • Die Inhalte sind so gut, dass Leser sie weiterleiten.
  • Nichts riecht nach plumpem Verkaufsdruck.

Ideen für Inhalte findest du im Artikel 1000 Themen-Tipps für deinen Newsletter.

7. Das Auge isst mit: Gestaltung und Barrierefreiheit

Wir alle urteilen zuerst nach dem Äußeren. Deshalb spielt es eine Rolle, ob Inhalt und Gestaltung zusammenpassen und die Seite auf jedem Gerät gut aussieht. Achte auf:

  • Mobile Darstellung: Die meisten Besucher kommen heute vom Smartphone. Mehr dazu im Artikel Mobile First wird immer wichtiger.
  • Barrierefreiheit: Gut lesbare Schriftgrößen, ausreichende Kontraste, Alternativtexte für Bilder. Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) für viele Websites, über die Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen an Verbraucher vertreiben, etwa Onlineshops, Kontaktformulare oder Terminbuchungen. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Lass deinen Einzelfall im Zweifel prüfen.
  • Einheitlicher Auftritt: Das Corporate Design muss überall stimmen, auch im Impressum, auf der Kontaktseite, in der „Danke für deine Nachricht“-Meldung und in der Bestellbestätigung.

Checkliste: Ist deine Website gut?

PrüffrageGut, wenn …
Versteht ein Besucher in 5 Sekunden, was du anbietest?Die erste Bildschirmseite nennt Angebot, Zielgruppe und Nutzen.
Ist dein Unterschied zur Konkurrenz klar?Der Einstiegssatz könnte nicht bei deinem Wettbewerber stehen.
Gibt es Belege statt Eigenlob?Referenzen, Kundenstimmen, Zahlen und Presse sind verlinkt oder nachprüfbar.
Ist die Seite mobil gut nutzbar?Text ist ohne Zoomen lesbar, Buttons sind gut antippbar.
Findet man den nächsten Schritt?Jede Seite endet mit einer klaren Handlungsaufforderung.
Lädt die Seite schnell?Die Startseite ist auf dem Smartphone in wenigen Sekunden nutzbar.
Wirkt alles aus einem Guss?Design, Ton und Bilder sind auf allen Seiten einheitlich.

Wenn du zusätzlich mehr Besucher über Google gewinnen willst, hilft dir unser Leitfaden SEO für kleine Unternehmen.

FAQ: Häufige Fragen

Was macht eine gute Website aus?

Eine gute Website zeigt in Sekunden, was du anbietest und was dich unterscheidet, löst ein konkretes Problem deiner Besucher, schafft Vertrauen mit überprüfbaren Belegen, ist mobil gut nutzbar und führt zu einem klaren nächsten Schritt wie Anfrage, Anruf oder Kauf.

Wie formuliere ich mein Alleinstellungsmerkmal?

Frag dich, welchen Nutzen Kunden nur bei dir bekommen, und formuliere ihn aus Kundensicht in einem Satz. Prüf das Ergebnis: Wenn derselbe Satz auch bei deinem Wettbewerber stehen könnte, ist er noch zu allgemein.

Wie viel Text gehört auf die Startseite?

So viel wie nötig, um Angebot, Nutzen und nächsten Schritt klar zu machen. Die erste Bildschirmseite sollte diese drei Punkte ohne Scrollen zeigen, Details können weiter unten oder auf Unterseiten folgen.

Muss meine Website barrierefrei sein?

Seit dem 28. Juni 2025 verlangt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz Barrierefreiheit für viele Websites, über die Produkte oder Dienstleistungen an Verbraucher angeboten werden. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen, sind unter bestimmten Schwellenwerten ausgenommen. Unabhängig davon profitieren alle Besucher von guter Lesbarkeit.

Woran erkenne ich, dass meine Website nicht funktioniert?

Typische Warnsignale sind wenige Anfragen trotz Besuchern, kurze Verweildauer und hohe Absprungraten auf der Startseite. Die Google Search Console und ein Analysetool zeigen dir, über welche Suchanfragen Besucher kommen und wo sie abspringen.

Überarbeitet und aktualisiert 2026 von Frank Rapp.

Fazit: Deine Website ist dein Schaufenster

Im Online Marketing ist deine Website Aushängeschild, Visitenkarte und Schaufenster zugleich. Lass es nicht so weit kommen, dass Besucher sie als lieblos, fehlerhaft oder rein kommerziell wahrnehmen. Dann bleibt niemand gern, empfiehlt dich weiter oder fragt an. Mit Herz und Hirn gebaut, arbeitet deine Website dagegen rund um die Uhr für dich. Welche der sieben Regeln setzt du auf deiner Website schon um, und wo hakt es noch? Schreib es in die Kommentare.

Quellen: Google Search Central: Hilfreiche, zuverlässige, nutzerorientierte Inhalte erstellen · Oldenburgische IHK: Barrierefreiheit ab Juni 2025 für Unternehmen Pflicht