Kurz gesagt: Ein Gravatar („Globally Recognized Avatar“) ist ein Profilbild, das mit deiner E-Mail-Adresse verknüpft ist. Du lädst es einmal auf gravatar.com hoch, und überall, wo du mit dieser Adresse kommentierst oder ein Konto hast, zum Beispiel in WordPress-Blogs oder Foren, erscheint automatisch dein Bild. Der Dienst ist kostenlos und gehört zu Automattic, dem Unternehmen hinter WordPress.com.

Das klingt banal, hat aber zwei Seiten: Ein Gesicht neben deinem Kommentar wirkt vertrauenswürdiger als ein grauer Platzhalter. Gleichzeitig schickt jede Website, die Gravatare lädt, Daten an einen US-Dienst. Hier erfährst du, wie Gravatar funktioniert, wie du deinen Gravatar erstellst, änderst oder löschst und wie du ihn in WordPress datenschutzfreundlich einsetzt.

Was ist ein Gravatar?

Ein Gravatar ist ein Avatar, also ein kleines Profilbild, das nicht an eine einzelne Website gebunden ist, sondern an deine E-Mail-Adresse. Der Vorteil: Du musst dein Bild nicht auf jeder Plattform neu hochladen. Wenn du dein Bild auf gravatar.com änderst, ändert es sich überall dort, wo Gravatar eingebunden ist.

Am häufigsten begegnen dir Gravatare in den Kommentaren von WordPress-Blogs, denn WordPress unterstützt sie ab Werk. Auch viele Entwickler-Plattformen, Foren und Tools greifen auf Gravatar zurück. Neben dem Bild kannst du ein öffentliches Profil mit Namen, Kurzbeschreibung und Links zu deinen Social-Media-Konten anlegen. Das ist besonders für Selbstständige interessant, die überall mit demselben Gesicht auftreten wollen, egal ob im Fachblog oder in den sozialen Netzwerken.

So funktioniert Gravatar technisch

Die Website, auf der du kommentierst, kennt deine E-Mail-Adresse. Daraus bildet sie einen sogenannten Hash, eine Art digitalen Fingerabdruck. Laut der Gravatar-Dokumentation wird dafür heute SHA256 verwendet, ältere Einbindungen nutzen noch MD5. Mit diesem Hash fragt die Website das Bild bei gravatar.com ab und zeigt es an.

  • Größe: Standard sind 80 × 80 Pixel, abrufbar sind 1 bis 2048 Pixel. Lade also ein quadratisches, möglichst großes Bild hoch.
  • Altersfreigabe: Jedes Bild bekommt eine Einstufung: G (für alle), PG, R oder X. Websites zeigen standardmäßig nur G-Bilder.
  • Kein Gravatar vorhanden: Dann zeigt die Website ein Ersatzbild, etwa eine graue Silhouette, Initialen oder ein automatisch erzeugtes Muster.

Gravatar erstellen in 4 Schritten

  1. Konto anlegen: Geh auf gravatar.com und melde dich mit der E-Mail-Adresse an, mit der du später kommentierst. Hast du schon ein WordPress.com-Konto, kannst du dieses nutzen.
  2. Bild hochladen: Wähle ein quadratisches Foto mit gut erkennbarem Gesicht. Kostenlose Hintergründe oder Illustrationen findest du in unserer Übersicht zu lizenzfreien Bildern.
  3. Zuschneiden und einstufen: Schneide das Bild zu und wähle die Altersfreigabe. Für ein normales Porträt ist das G.
  4. Weitere Adressen verknüpfen: Nutzt du mehrere E-Mail-Adressen, etwa privat und geschäftlich, füge sie im Konto hinzu und weise jeder das passende Bild zu.

Wichtig: Neue oder geänderte Bilder erscheinen nicht sofort überall. Browser und Websites speichern Avatare zwischen, das kann ein paar Stunden dauern.

Gravatar ändern oder löschen

Ändern: Melde dich auf gravatar.com an, lade ein neues Bild hoch und lege es als Hauptbild für deine E-Mail-Adresse fest. Alte Bilder kannst du in der Bildverwaltung entfernen.

Löschen: Willst du nur dein Bild loswerden, entfernst du es in deinem Gravatar-Konto oder deaktivierst dein Profil. Danach sehen Websites wieder das Ersatzbild. Willst du alles löschen, musst du das zugehörige Konto schließen. Da Gravatar zu Automattic gehört, hängt es in der Regel an deinem WordPress.com-Konto. Prüf vorher, ob du dieses Konto noch für andere Dinge brauchst, etwa für einen Blog auf WordPress.com oder für Jetpack.

Gravatar in WordPress einrichten oder abschalten

In WordPress steuerst du Avatare unter Einstellungen → Diskussion im Abschnitt Avatare. Laut WordPress-Dokumentation hast du dort drei Stellschrauben:

  • Avatare anzeigen oder ausblenden: Schaltest du die Anzeige ab, lädt WordPress in den Kommentaren keine Gravatare mehr.
  • Höchste Einstufung: Für ein Fach- oder Firmenblog bleibst du bei G.
  • Standard-Avatar: Er erscheint bei allen, die keinen Gravatar haben, zum Beispiel eine Silhouette, ein leeres Feld, das Gravatar-Logo oder ein automatisch erzeugtes Muster wie Identicon oder Retro.

Dein eigenes Bild als Autor kommt in WordPress übrigens ebenfalls über Gravatar, solange du kein Plugin für lokale Profilbilder nutzt. Willst du dein Autorenbild direkt in WordPress hochladen, brauchst du ein solches Plugin oder ein Theme, das diese Funktion mitbringt.

Gravatar und Datenschutz: Was du für die DSGVO wissen musst

Bindet deine Website Gravatare ein, lädt der Browser jedes Besuchers die Bilder direkt von den Servern von Automattic. Dabei werden mindestens die IP-Adresse des Besuchers und der Hash der E-Mail-Adresse des Kommentierenden übertragen. Datenschützer kritisieren außerdem, dass sich Hashes bekannter E-Mail-Adressen zurückverfolgen lassen. Für dich als Betreiber heißt das:

  • Nutzt du Gravatar, gehört der Dienst in deine Datenschutzerklärung.
  • Datensparsamer ist es, Avatare ganz abzuschalten oder lokale Avatare zu verwenden, die auf deinem eigenen Server liegen.
  • Ob du für Gravatar eine Einwilligung über dein Cookie-Banner brauchst, ist umstritten. Kläre das im Zweifel mit deinem Datenschutzbeauftragten oder Anwalt.
LösungVorteilNachteil
Gravatar aktivKommentare mit Gesicht, kein AufwandDatenübertragung an einen US-Dienst, Hinweis in der Datenschutzerklärung nötig
Lokale Avatare per PluginBilder liegen auf deinem ServerKommentierende sehen nur ihr Bild, wenn sie bei dir ein Konto haben
Avatare abschaltenAm datensparsamsten, schnellste LadezeitKommentarbereich wirkt anonymer

Checkliste für deinen Gravatar

  • Quadratisches Bild, mindestens einige hundert Pixel groß
  • Gesicht gut erkennbar, ruhiger Hintergrund
  • Alle E-Mail-Adressen verknüpft, mit denen du kommentierst
  • Altersfreigabe G gewählt
  • Als Website-Betreiber: Avatar-Einstellungen geprüft und Datenschutzerklärung angepasst

Lohnt sich ein Gravatar für dein Marketing?

Ja, wenn du regelmäßig in Fachblogs kommentierst, in Foren aktiv bist oder Gastbeiträge schreibst. Ein einheitliches Bild macht dich wiedererkennbar und zahlt auf deine Marke ein. Einen direkten SEO-Effekt hat ein Gravatar aber nicht. Kommentare mit Link dienen nicht dem Linkaufbau, und Google wertet massenhafte Kommentarlinks eher als Spam. Wie nachhaltiger Linkaufbau funktioniert, liest du in unseren Linkbuilding-Regeln. Den größeren Hebel für deine Sichtbarkeit findest du im Leitfaden SEO für kleine Unternehmen.

Häufige Fragen zu Gravatar

Was ist ein Gravatar?

Ein Gravatar ist ein Profilbild, das mit deiner E-Mail-Adresse verknüpft ist. Websites wie WordPress-Blogs zeigen es automatisch an, wenn du mit dieser Adresse kommentierst.

Ist Gravatar kostenlos?

Ja, die Grundfunktionen sind kostenlos: Konto anlegen, Bilder hochladen und ein öffentliches Profil einrichten.

Wie lösche ich meinen Gravatar?

Entferne das Bild in deinem Konto auf gravatar.com oder deaktiviere dein Profil. Für die vollständige Löschung musst du das zugehörige Konto schließen, das in der Regel mit WordPress.com verbunden ist.

Ist Gravatar DSGVO-konform?

Beim Laden von Gravataren werden IP-Adresse und ein Hash der E-Mail-Adresse an Automattic übertragen. Als Website-Betreiber musst du darüber in deiner Datenschutzerklärung informieren. Datensparsamer sind lokale Avatare oder das Abschalten der Avatare.

Warum wird mein Gravatar nicht angezeigt?

Meist hast du mit einer anderen E-Mail-Adresse kommentiert, als du bei Gravatar hinterlegt hast. Weitere Gründe: Die Website zeigt keine Avatare an, dein Bild hat eine höhere Altersfreigabe als erlaubt, oder ein Cache zeigt noch das alte Bild.

Fazit

Ein Gravatar ist schnell eingerichtet und sorgt dafür, dass dein Gesicht überall dort auftaucht, wo du mit deiner E-Mail-Adresse kommentierst. Als Website-Betreiber solltest du dagegen bewusst entscheiden, ob du Gravatare lädst, lokale Avatare nutzt oder die Anzeige abschaltest, und deine Datenschutzerklärung entsprechend anpassen. Und du: Hast du einen Gravatar, oder kommentierst du lieber ohne Bild? Schreib es in die Kommentare.